Was ist ein CVJM?

Konrad Eißler hat in seiner berühmten Predigt zur 100-Jahr-Feier des CVJM-Gesamtverbandes im Jahr 1982 klassisch und biblisch beschrieben, was ein CVJM ist: Vier Freunde tragen ihren gelähmten Freund zu Jesus, damit der ihm hilft. Das war der CVJM Kapernaum (Markus 2). 

Inzwischen haben im CVJ"M" die Mädchen aus den Männern Menschen gemacht. Die Abkürzung aber bleibt CVJM. Wenn ein paar Menschen kapieren, dass Jesus ihr Retter ist, wenn sie ihm folgen und sich gemeinsam zum Ziel setzen, diese Nachricht möglichst vielen anderen jungen Leuten in Wort und Tat mitzuteilen, dann ist das ein CVJM. Sie bilden eine Glaubens-, Lebens- und

                                                   Dienstgemeinschaft.

Ist das eine Gemeinde? Nach den Maßstäben des Neuen Testamentes ist die Mitarbeitergemeinschaft des CVJM eine Gemeinde, wenn sie aus Menschen besteht, die Jesus als ihren Herrn anerkennen. Aber der CVJM soll ja nicht nur aus Christen bestehen. Er soll möglichst viele Nichtchristen mit seinen Programmen erreichen, damit sie Jesus kennen lernen und Christen werden.

Ein wichtiger Grundsatz des CVJM international lautet „Christian leadership and openmembership" - christliche Mitarbeiterschaft und offene Mitgliedschaft.

Konfessionelle Unterschiede der Christen sollen im CVJM keine entscheidende Rolle spielen. Die Pariser Basis ist die gemeinsame Grundlage und Zielsetzung: Bekenntnis zu Jesus Christus und die Entschlossenheit zur gemeinsamen missionarischen Arbeit verbinden die Mitarbeitenden im CVJM! Mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Also die Tauffrage zum Beispiel kann von CVJMern unterschiedlich beantwortet werden. Auch das Verständnis von der Organisation einer Gemeinde oder Kirche kann unterschiedlich sein. Auch die Einsicht über die Wirkungsweisen des Heiligen Geistes.

Wir müssen uns in Deutschland, wo der CVJM meistens sehr eng mit den evangelischen Kirchen verbunden ist, klar machen, dass es im weltweiten CVJM Mitarbeitende aus allen evangelischen Konfessionen, allen Freikirchen und auch in großer Zahl aus den katholischen und orthodoxen Kirchen gibt. Das ist in Deutschland ebenfalls möglich und an etlichen Orten auch Tatsache.

Ein Wort zu der Frage, ob der CVJM mit dem gerade beschriebenen Selbstverständnis nicht in der Gefahr ist, selber zur Kirche zu werden und die Rolle der Kirchengemeinde zu übernehmen. Bedauerlicherweise gehen die Begriffe wie Kraut und Rüben durcheinander. Die Kirchengemeinde ist öffentlich-rechtlich organisiert, der CVJM als Verein privatrechtlich.

Das ist ein geschichtlich bedingter juristischer Unterschied. Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass die eine oder andere Form mehr oder weniger durch die Bibel zu begründen ist. Zur Kirchengemeinde werden alle Getauften gezählt - egal ob sie an Jesus glauben oder nicht. Ob das in Gemeindeverständnis ist, wie es dem Neuen Testament entspricht, darf man bezweifeln.

Gerade in Württemberg ist in den letzten Jahren die eigenständige Bedeutung der so genannten „Jugendkirchen" in der Landeskirche betont worden. Wenn die Lebensgemeinschaft von Jugendlichen, die sich um einen Jugendgottesdienst bildet, als vollwertige Gemeinde angesehen wird, dann müssen wir im CVJM ja wohl keinen Eiertanz der Begriffe aufführen, um immer wieder zu beteuern, dass wir keine Gemeinde bzw. Kirche sein wollen.

Die Mitarbeitergemeinschaft des CVJM lebt - hoffentlich - als Gemeinde, wie sie im Neuen Testament beschrieben wird. Sie hört auf Gottes Wort, betet, lebt in Gemeinschaft und feiert das Mahl des Herrn. In der Praxis von Taufe und Abendmahl stimmen sich die CVJM mit den Kirchen ab. Der CVJM hat von Gott eine Berufung zu einem speziellen Dienst: Das Reich des Meisters Jesus Christus unter jungen Menschen ausbreiten! Der CVJM arbeitet also missionarisch

                                               oder er verleugnet seine Berufung.

Leider ist heute auch der Begriff „missionarisch" missverständlich. Das Fremdwort „Mission" heißt einfach „Sendung". Jesus hat gesagt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Johannes 20,21). Wer Jesus folgt, wird von ihm gesandt. Das gilt also für jeden Christen. Gesandt – wozu und wohin? Zum Dienst der Liebe an allen Menschen in Wort und Tat. Zur Mission gehört die Evangelisation genauso wie die Diakonie. Bitte kein falsches Entweder-Oder. Die Tat der Liebe und die ausdrückliche Einladung zum Glauben an Jesus gehören unlösbar zusammen.

Darum hat ein CVJM, der seiner Berufung treu ist, ein breites Programm und zugleich eine klare, einladende Verkündigung. Das CVJM-Dreieck symbolisiert, dass wir dem ganzen Menschen nach Leib, Seele und Geist dienen wollen. Sport und Musik, Bildung und Freizeitgestaltung, Beratung, Seelsorge und Anleitung zur Mitarbeit, politische Verantwortung den Begabungen entsprechend, Dienst im Welthorizont, kreative Projekte zur Weitergabe des Evangeliums - das alles gehört zur CVJM-Arbeit.

Das Konzept der CVJM-Arbeit ist Spitze, jetzt müssen wir es nur noch praktisch leben.

Ulrich Parzany, Generalsekretär CVJM-Gesamtverband Deutschland
Mit freundlicher Genehmigung aus: Hot Line, März-Mai 1/2003, Seite 5

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